Die neoliberale Ideologie, dass Markt und Konkurrenz „billige Preise“ bringen werde, hat sich offenbar so stark festgebrannt, dass jetzt auch im Bereich ÖV dieser Doktrin nachgehangen wird. Natürlich entstehen so Parallelstrukturen und unter dem Strich wird nichts billiger, sondern alles teurer. Die Rosinenpickerei wird dazu führen, dass Randregionen (noch mehr) vernachlässigt werden und der immer wieder hervorgehobene starke ÖV in der Schweiz wird nur verlieren. Dass die SBB dann noch Material dem Konkurrenten abgeben müsste, zeigt doch mehr als klar, wie (w)irr eine solche „Konkurrenz“ wirklich ist. Statt für einen leistungsfähigen ÖV zusammen zu arbeiten, wird auf zerstörerische Konkurrenz gesetzt.
wie stellen Sie sich denn diese „Konkurrenz“ vor? Dass die BLS Billette von Bern nach Zürich billiger sind? Mit einem BLS-Billett dürfte man also nur noch in BLS-Züge steigen und mit den SBB-Billetten in die SBB Züge? Der Tarif-Wirrwarr ist schon heute gross genug – das würde dann wirklich sehr „übersichtlich“ und für den Bahnkunden alles andere als willkommen.
Warten Sie doch einfach ein paar Jahre ab, wie dieses Angebot wirklich genutzt wird. Es gab auch schon mal direkte Verbindung Bern-Neuchâtel-La Chaux-de-Fonds – wurde aber dann wegen mangelnder Nachfrage und Anschlussschwierigkeiten gestrichen. Jetzt hat es die BLS wieder aufgenommen – auch da muss man ein paar Jahre warten und beobachten. PR-mässig kann man immer kurzfristig Aufsehen erregen, aber langfristige Entwicklung ist wieder etwas ganz anderes.