Jede dritte Bergbahn braucht finanzielle Hilfe
Es ist schon seltsam – da wird ständig ein schlanker Staat gefordert, werden Steuern gesenkt, um „attraktiv“ zu sein – doch läuft es gerade mal nicht rund, wird genau von diesem Unterstützung verlangt. Zudem ist ja schon eine ganze Weile bekannt, dass die Klimaveränderung auch eine Änderung im Tourismus-Angebot nötig machen würde – immer neue Bahnen und Schneekanonen sind nur Symptombekämpfung. Aber auch das scheint man zu ignorieren. Tja, jammern und fordern statt innovativ zu handeln ist offenbar (immer noch) einfacher.
Ganz klar ist die Tourismusbranche „to big to fail“ – ganze Kantone, enorm viele Betriebe und Unternehmen sind total abhängig davon – da tut sich ein grosses Loch auf, welches nun offenbar auch vom Staat, den man ständig in die Schranken weist und Mittel entzieht, gestopft werden soll.
Sie haben leider recht. Der „Costa-del-Sol“ Effekt ist hier schon eingetreten. Wir will denn im Frühjahr, Sommer und Herbst eine Landschaft mit stillstehenden Anlagen und planierten und verwüsteten Hängen besuchen als Tourist besuchen? Die massive Aufrüstung hat die Ressource zerstört, auf der eigentlich der Tourismus bauen sollte. Aber es wird noch weiter gebaut – offenbar bis zum allerbittersten und definitiven Ende.
Ja. Wenn die Problematik gerade nur über den Preis allein diskutiert werden soll, ist mir das zu einfach. Auch in Österreich wird die Natur massiv für 1/4 der Jahreszeit verschandelt – im Frühjahr, Sommer und Herbst sind solche „Skiarenen“ hässlich und da würde ich keinen Schritt hin wagen. Haben Sie die Ausstellung im Alpinen Museum 2012 gesehen? Nur noch schlimm.
Also umgekehrt Herr Felber – eine zugebaute und versaute Umwelt ohne Nahrungsgrundlagen, dafür Jobs? Was für welche denn? Ist das denn so viel besser? Das kann man zB in China jetzt schon sehen. Wollen Sie das? Ja ja, freie Marktwirtschaft – aber nur wenn es rentiert – wenn nicht, muss der Staat einspringen. Ist mir etwas zu verlogen.
Das ist doch so total normal – wenn es gut geht, klopft man sich selber auf die Schultern und erachtet das als selbstgemacht – geht es nicht gut, sind natürlich (hier im wahrsten Sinn des Wortes) andere Schuld.