Tod und Hass dem Swisspass

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Schon bei der Ankündigung wurden von Kunden, vom Personal, vom Konsumenten- und Datenschutz grobe Mängel beim Swisspass festgestellt. Aber auf alle diese Kritiken wurden nicht eingegangen, das Projekt wurde durchgeboxt ohne Alternative. Und ein paar Monate später wird jetzt schon der „Swisspass“ für das Mobiltelefon angekündigt – also ist die Karte doch ein Flop? Auch wurde schon vom kontaktlosen Billett geschwärmt, dass das Ein- und Aussteigen registriert und erst dann die Rechnung für die gefahrene Strecke auslöst. Die Tendenz ist mehr als deutlich: Erfassen von noch mehr Daten – aber selbstverständlich wird es PR-mässig einmal mehr als „mehr Komfort“ für den Kunden verkauft.


Zu erstens: Was hat die Grundversorgung, die wirklich Top ist, jetzt mit dem Swisspass zu tun?.

Zu zweitens: Nur ist die SBB der aller grösste Partner von VöV und damit mehrheitsbestimmend.

Zu drittens: Die blauen Karten mussten nicht jedes Jahr weggeworfen werden – es gab Halbtax, die waren 3 Jahre gültig.

Es ist also kein Hasskommentar, sondern zeigt die von Anfang geäusserte Kritik, die in keinster Weise berücksichtigt wurde.


Eben ja, das ist ein grosser Unterschied: Bei der Migros kann ich ohne Cumulus einkaufen, bei Coop ohne Supercard und ohne, dass ich dann das Doppelte bezahlten muss. Ich kann eine andere Suchmaschine als Google verwenden. Beim ÖV kann nicht nicht wählen, ich muss diesen unsäglichen Swisspass nehmen – oder ich bezahle viel viel mehr ohne GA oder Halbtax.


Ich finde den Swisspass – wie hier schon beschrieben – ein völlig verunglücktes Projekt. Die Alternative aber in der Privatisierung der Bahn zu suchen, wäre die noch viel schlimmere Katastrophe. Die Rosinenpickerei würde überhand nehmen und dann gäbe es nur noch Linien, die rentieren – Randregionen gingen da völlig vergessen. So etwas kann man in unserem Land definitiv nicht einführen – Grossbritannien zeigt, welche fatalen Konsequenzen die Privatisierung bringt. Im Service public sind Monopolbetriebe richtig – nur muss mit diesem Monopol verantwortungsvoll umgegangen werden und immer noch der Kunde im Mittelpunkt stehen. Das scheint mir bei der SBB nicht mehr der Fall zu sein.


„Natürlich ist der SwissPass eine Datenkrake – was anderes kann / soll sie ja auch gar nicht sein!“ Aber nun wirklich ein sehr einleuchtendes Argument – wenn es die anderen alle tun soll es auch die SBB. Doch warum? Wozu? Kommt mir immer so vor: Es liegt ja schon Abfall im Wald, kippen wir unseren auch noch dazu, spielt ja keine Rolle. NEIN, es braucht nicht immer noch MEHR Datenkraken – jede, die verhindert werden kann, ist eine Möglichkeit von Datenverknüpfungen weniger – und das ist ein Beitrag zu unserer Sicherheit. Die Vergleiche mit der DB sind auch wirklich kein Argument – es geht hier nicht um Verspätungen und um WLAN – sondern um den unsäglichen Swisspass, nichts anderes.


„Im Zug ein- und auschecken und das Billett nach der Fahrt per Rechnung bezahlen“. Nein, das wird man nicht können, dieser Ansatz führt nicht weiter. Erstens wird er mit dem Datenschutz nicht zu vereinbaren sein – da werden zu viele sensible Daten generiert (Bewegungsprofil). Und zweites ist auch ein Einwand vom Konsumentenschutz wichtig: Ich will *vor* meiner Reise wissen, was es kostet, nicht erst später mit der Rechnung.


Teuer ja – aber auch das ist relativ. Grottenschlecht – nein, das stimmt so wirklich nicht. Klar gibts immer wieder Störungen – bei dieser hohen Fahrplan- und Zugdichte haben kleine Ursachen sofort grosse Auswirkungen. Und die Technik ist nie zu 100% zuverlässig – Ausfälle jeglicher Art sind immer wieder möglich. Die Komplexität der Technologie und Informatik ist enorm und Störungsbehebung geht nicht immer einfach nur auf Knopfdruck. Aber an der Kundenfreundlichkeit muss wieder dringend gearbeitet werden – auch eine Aufgabe des Managements – die Bahnkunden müssen im Mittelpunkt stehen und PR muss richtig und kompetent informieren und nicht Dinge einfach weglügen.

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